Wofür braucht die Gesellschaft Denkmale?
Diskussionen um Theorie und Praxis der Denkmalpflege
Seit einigen Jahren haben Denkmale eine neue Eigenschaft zugewiesen bekommen: Sie gelten als "weiche Standortfaktoren", als handfeste Argumente im Wettbewerb der Städte um Investoren und zahlungskräftige Touristen. Die "Schönheit" von alten Städten zu pflegen wird so zu einer Aufgabe nicht allein der Denkmalpflege, sondern auch des Stadtmarketings erklärt. Bereits diese Tatsache deutet darauf hin, dass auch die moderne, global agierende Gesellschaft auf Denkmale als Symbole des Bewährten und Verbindlichen, der Tradition und Kultur angewiesen ist, um - buchstäblich - ihr Gesicht zu wahren.
Dabei konzentriert sich heute die erhaltende Sorge vielerorts auf Bauten von nationaler Bedeutung, Stätten des Weltkulturerbes etwa, Zeugnisse maßgebender Dynastien oder Städte. Unbekannteren Denkmalen fehlt es dagegen zunehmend auch an finanziell wirksamer Aufmerksamkeit. Mit der Frage nach dem Stellenwert von Denkmalen sieht sich die Gesellschaft gerade jetzt in zunehmendem Maße konfrontiert. Welche Bedeutung kommt Dorfkirchen zu in einem atheistischen Umfeld, welcher Wert Industriebauten nach ihrem Funktionsverlust, Bahnhöfen nach Streckenstilllegungen?
Verbindet man die allgemeine Frage mit konkreten Bildern von Denkmalen und von Menschen, die in deren Umgebung leben, findet sich oft sehr schnell eine Antwort. Geradezu symbolhaft stehen die Denkmale für kulturelle Identität und gesellschaftliches Gedächtnis, für Zugehörigkeit und Heimat. Einer Gemeinschaft ihre Denkmale zu nehmen, heißt sie all dessen zu berauben, ihre Identität zu beschädigen. Nicht umsonst folgt den Verheerungen von Kriegen und Naturkatastrophen oft nahtlos das Ringen um die Wiedergewinnung der Denkmale. Erinnert sei an die kriegszerstörten Altstädte von Dresden und Warschau, an die zerbombte Brücke von Mostar, die Buddha-Statuen von Bamiyan, die Erdbeben erschütterte Festungsstadt Bam und jüngst die verheerte Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar - stets antworten Appelle zum Wiederaufbau unmittelbar auf die erlebten Zerstörungen. Die Menschen - das wird daraus deutlich - benötigen solche identitätsstiftenden Kulturdenkmale für ihr Leben und Überleben als Zivilisation.
Angesichts dessen wird deutlich, wie sehr Denkmalpflege ein Anliegen der gesamten Bevölkerung eines Landes ist, wie sehr es dabei um ihre Identität und ihr Selbstgefühl geht und auch, wie fahrlässig es ist, das aus der Geschichte Überkommene kurzfristigen Interessen zu opfern. Wer würde schon freiwillig sein persönliches historisches Archiv opfern? Wer die wenigen Überreste der eigenen Kindheit ohne Anteilnahme betrachten? Dabei sind nicht alle Erinnerungen schön, zur eigenen Persönlichkeit gehören sie dennoch.
Dabei konzentriert sich heute die erhaltende Sorge vielerorts auf Bauten von nationaler Bedeutung, Stätten des Weltkulturerbes etwa, Zeugnisse maßgebender Dynastien oder Städte. Unbekannteren Denkmalen fehlt es dagegen zunehmend auch an finanziell wirksamer Aufmerksamkeit. Mit der Frage nach dem Stellenwert von Denkmalen sieht sich die Gesellschaft gerade jetzt in zunehmendem Maße konfrontiert. Welche Bedeutung kommt Dorfkirchen zu in einem atheistischen Umfeld, welcher Wert Industriebauten nach ihrem Funktionsverlust, Bahnhöfen nach Streckenstilllegungen?
Verbindet man die allgemeine Frage mit konkreten Bildern von Denkmalen und von Menschen, die in deren Umgebung leben, findet sich oft sehr schnell eine Antwort. Geradezu symbolhaft stehen die Denkmale für kulturelle Identität und gesellschaftliches Gedächtnis, für Zugehörigkeit und Heimat. Einer Gemeinschaft ihre Denkmale zu nehmen, heißt sie all dessen zu berauben, ihre Identität zu beschädigen. Nicht umsonst folgt den Verheerungen von Kriegen und Naturkatastrophen oft nahtlos das Ringen um die Wiedergewinnung der Denkmale. Erinnert sei an die kriegszerstörten Altstädte von Dresden und Warschau, an die zerbombte Brücke von Mostar, die Buddha-Statuen von Bamiyan, die Erdbeben erschütterte Festungsstadt Bam und jüngst die verheerte Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar - stets antworten Appelle zum Wiederaufbau unmittelbar auf die erlebten Zerstörungen. Die Menschen - das wird daraus deutlich - benötigen solche identitätsstiftenden Kulturdenkmale für ihr Leben und Überleben als Zivilisation.
Angesichts dessen wird deutlich, wie sehr Denkmalpflege ein Anliegen der gesamten Bevölkerung eines Landes ist, wie sehr es dabei um ihre Identität und ihr Selbstgefühl geht und auch, wie fahrlässig es ist, das aus der Geschichte Überkommene kurzfristigen Interessen zu opfern. Wer würde schon freiwillig sein persönliches historisches Archiv opfern? Wer die wenigen Überreste der eigenen Kindheit ohne Anteilnahme betrachten? Dabei sind nicht alle Erinnerungen schön, zur eigenen Persönlichkeit gehören sie dennoch.
