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Bilderklärung

1.) Schwarzrheindorf, Doppelkapelle St. Klemens, "Vertreibung der Händler aus dem Tempel", Zustand 2000; (C) Pulheim, Rheinisches Amt für Denkmalpflege

2.) Dessau, Bauhaus, Steinholz-Estrich von 1926 aus dem Bauhausgebäude und Proben der Materialien, aus denen Steinholz-Estrich zusammengesetzt ist; (C) Dessau, Stiftung Bauhaus Dessau

3.) Steinmetz bei der Nachbildung eines Adlers für die Rekonstruktion des Berliner Stadtschlosses; (C) Berlin, Michael Herrmann

Werkstatt Denkmalpflege

Wie arbeiten Konservatoren und Restauratoren?
Denkmale sind nicht nur Zeugnisse der Baukunst und der Geschichte, sondern auch der Denkmalpflege. Spuren historischer Bauweisen finden sich neben solchen, die auf unterschiedliche Methoden ihrer Bewahrung verweisen. Zeugnisse bauzeitlicher Vorstellungen von Schönheit und Repräsentation werden flankiert von korrigierenden Einflüssen späterer Zeiten, die dem Denkmal ebenfalls ihren Stempel aufdrückten. Denkmalpflege ist somit immer auch Interpretation von Baukunst. Ob historische Spuren sichtbar gemacht oder übertüncht, ob Veränderungen belassen oder im Sinne der eigenen Ästhetik bereinigt werden - immer geht es bei solchen grundlegenden Entscheidungen auch um die Verantwortung der Denkmalpfleger, die Frage, wie und in welcher Form sie das bauliche Erbe der Nachwelt übergeben.

Dabei hat die Geschichte der Denkmalpflege in den letzten 200 Jahren eines sehr deutlich gemacht: Konservieren und Restaurieren ist in hohem Maße nicht nur abhängig von dem jeweiligen Stand der wissenschaftlichen Forschung, sondern auch von der Qualität und Güte handwerklicher und technologischer Hilfsmittel. Heute werden mit Hilfe modernster Technologien, etwa der Endoskopie, Computertomographie und der Lasertechnik, materialschonende Verfahren eingesetzt, können Sicherungen durchgeführt werden, ohne den originalen Bestand großflächig auszutauschen.

Am Beispiel der Sicherung mittelalterlicher Wandmalereien, der Konservierung von Steinen und Oberflächen, der Reinigung und Erhaltung bedeutender mittelalterlicher Glasmalereien sowie der Konservierung und Altersbestimmung von Kunstwerken aus Holz schlägt die Ausstellung so einen Bogen von den Konservierungstechniken des 19. Jahrhunderts bis zu den hoch spezialisierten Verfahren, die gegenwärtig Anwendung finden.

Neben Handwerkzeugen, Reinigungsmitteln und Materialien des 19. Jahrhunderts sind in der Ausstellung auch die weit ausdifferenzierten Hilfsmittel und technischen Geräte aus den Werkstätten und Laboren heutiger Denkmalpfleger zu sehen. Dabei können die Besucher Kunstwerke und ihre Untersuchung einmal sozusagen "in Augenhöhe" erleben. Sie erfahren beispielsweise, wie und womit farbiges Glas bemalt wurde, wie man dessen Vorder- und wie die Rückseiten behandelte und auch wie sich Verbleiungen des Mittelalters von denen des 19. Jahrhunderts unterscheiden. Daneben finden sich auch Hinweise darauf, mit welchen Mühen sich das 19. Jahrhundert den in Vergessenheit geratenen Erfahrungsschatz der Alten wieder anzueignen suchte, mit Glassorten, Brenntechniken und Farben experimentierte, bis es möglich war, etwa die großen Langhausfenster des Kölner Domes nach mittelalterlichem Vorbild neu zu schaffen.

Dokumentiert wurde in diesem Zusammenhang auch, welche Schäden Umweltverschmutzungen an Denkmalen verursachen und wie zeitaufwändig und damit kostspielig es ist, solche zerstörerischen Spuren der Gegenwart wieder zu beseitigen.

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