Georg Dehio und die moderne Denkmalpflege
100 Jahre "Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler"
Das 19. Jahrhundert stand über weite Strecken im Zeichen einer Rückbesinnung auf die Geschichte. An seinem Beginn galt es zunächst, das vermeintlich deutsche Mittelalter wieder zu entdecken. Die Feier der Gotik steht dafür ebenso wie die Romantisierung von Ruinen, die Niederschrift von deutschen Sagen und Märchen wie die Feier typisch deutscher Landschaften. Der Wiederaufbau von Denkmalen wie den der ostpreußischen Marienburg oder des Kölner Domes wurden im Zuge dessen zum Inbegriff des Aufbruchs einer in den Napoleonischen Kriegen hart geschundenen Nation, die zu ihrer Neuformierung auch auf die Symbolkraft dieser gewaltigen Bauprojekte setzte.

Das alte Bildarchiv des Kunstgeschichtlichen Seminars der Universität Straßburg mit der Glasplattensammlung von Georg Dehio; © SCD, Université Marc Bloch Strasbourg
Die gesellschaftliche Rückbesinnung auf die Bedeutung und den Wert der Geschichte und ihrer baulichen Überreste hat die eigentlichen Grundlagen gelegt für die Entstehung der modernen Denkmalpflege, sie hat aber auch über weite Strecken einer Restaurierungspraxis Vorschub geleistet, die nicht das historisch Gewordene bewahrte, sondern es einer "stilreinen" Neuinterpretation unterzog. So wurden während des 19. Jahrhunderts viele Zeugnisse der Geschichte unwiederbringlich zerstört - und das oft genug aus einer falsch verstandenen Liebe zur Geschichte.
Gegen einen solchen restauratorischen "Vandalismus" bezog der Historiker Georg Dehio um 1900 wortmächtig Position. Unter dem Motto "Konservieren, nicht restaurieren!" kämpfte der angesehene Inhaber des kunsthistorischen Lehrstuhls der Universität Straßburg für die Bewahrung des historisch Gewordenen. Er wollte Alt und Neu erkennbar voneinander unterschieden wissen, jegliche ergänzende, korrigierende oder kopierende Veränderungen an dem originalen Bestand verhindern, Spuren unterschiedlicher Epochen und Nutzungen sichtbar belassen - bewahren, ohne zu manipulieren.
Letztendlich war es Dehio, der den Denkmalbegriff in dem noch heute üblichen Sinne historisch interpretierte und die derzeitigen Grundlagen denkmalpflegerischen Handelns fixierte. Dabei scheute er sich nicht, deutliche Worte zu gebrauchen, auch in der Beurteilung von Denkmalen. Hier unterscheidet sich seine Auffassung zuweilen von der seiner Nachfolger. Umso interessanter ist es, diese Diskussion anhand der in der Ausstellung präsentierten Denkmale nachvollziehen zu können.
Georg Dehio wurde als vielseitige und faszinierende Wissenschaftlerpersönlichkeit erstmals in einer Ausstellung charakterisiert: als früh begabter Zeichner und Aquarellist, umfassend gebildeter Historiker, unermüdlich Reisender, engagierter Pädagoge und geschickter Wissenschaftsorganisator, ein Vielschreiber überdies. Zusammen mit gleichgesinnten und befreundeten Kunsthistorikern und Konservatoren hat er vor 100 Jahren das "Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler" veröffentlicht, seither ein Standardwerk für Kunsthistoriker, Architekten, Denkmalpfleger und Reisende, das inzwischen selbst auf eine lange und bewegte Geschichte der Beschreibung und Neu-Bewertung von Baudenkmalen zurückblicken kann.
Gegen einen solchen restauratorischen "Vandalismus" bezog der Historiker Georg Dehio um 1900 wortmächtig Position. Unter dem Motto "Konservieren, nicht restaurieren!" kämpfte der angesehene Inhaber des kunsthistorischen Lehrstuhls der Universität Straßburg für die Bewahrung des historisch Gewordenen. Er wollte Alt und Neu erkennbar voneinander unterschieden wissen, jegliche ergänzende, korrigierende oder kopierende Veränderungen an dem originalen Bestand verhindern, Spuren unterschiedlicher Epochen und Nutzungen sichtbar belassen - bewahren, ohne zu manipulieren.
Letztendlich war es Dehio, der den Denkmalbegriff in dem noch heute üblichen Sinne historisch interpretierte und die derzeitigen Grundlagen denkmalpflegerischen Handelns fixierte. Dabei scheute er sich nicht, deutliche Worte zu gebrauchen, auch in der Beurteilung von Denkmalen. Hier unterscheidet sich seine Auffassung zuweilen von der seiner Nachfolger. Umso interessanter ist es, diese Diskussion anhand der in der Ausstellung präsentierten Denkmale nachvollziehen zu können.
Georg Dehio wurde als vielseitige und faszinierende Wissenschaftlerpersönlichkeit erstmals in einer Ausstellung charakterisiert: als früh begabter Zeichner und Aquarellist, umfassend gebildeter Historiker, unermüdlich Reisender, engagierter Pädagoge und geschickter Wissenschaftsorganisator, ein Vielschreiber überdies. Zusammen mit gleichgesinnten und befreundeten Kunsthistorikern und Konservatoren hat er vor 100 Jahren das "Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler" veröffentlicht, seither ein Standardwerk für Kunsthistoriker, Architekten, Denkmalpfleger und Reisende, das inzwischen selbst auf eine lange und bewegte Geschichte der Beschreibung und Neu-Bewertung von Baudenkmalen zurückblicken kann.
