Im Dienst der Politik
Ideologisierung und Verfälschung von Denkmalen im Nationalsozialismus
Wie in der deutschen Geschichte überhaupt hat der Nationalsozialismus auch in der Geschichte der Denkmalpflege unauslöschliche Spuren hinterlassen. Nicht nur Willfährigkeiten gegenüber fachwidrigen ideologischen Belangen sind dabei zu beklagen, sondern auch erhebliche Beeinträchtigungen an den Denkmalen selbst und ihre Indienstnahme für politische Zwecke. Bedeutende mittelalterliche Kirchenbauten wurden entweiht und in NS-Kultstätten umfunktioniert, Burgen manipulierend ergänzt und als Weihestätten hergerichtet, vermeintlich typisch deutsche Altstadtviertel auf dem Reißbrett entworfen und per Dekret in gewachsene Strukturen implantiert.
Als "nationale Weihestätte" hat der Trifels beispielsweise erhebliche Veränderungen erfahren durch die Neuerrichtung des Palas mit einem verfremdenden zweigeschossigen Festsaal und einer monumentalen Treppenanlage. Aber auch der Braunschweiger Dom und die Stiftskirche von Quedlinburg, die westfälische Wewelsburg oder die Altstadt von Nürnberg erlebten zum Teil weit reichende Eingriffe in ihre Substanz.
Manches Verheerende, schon fertig Geplante blieb den Städten und Regionen jedoch infolge von Geld- und Materialmangel während des Zweiten Weltkrieges erspart. Das gilt ebenso für die megalomanische Hauptstadtplanung Albert Speers wie etwa für das Gauforum und die gewaltige Ost-West-Achse, die die historischen Altstadt von Köln durchschneiden sollte.
Die Nationalsozialisten - nicht zuletzt bekannt für ihre einschüchternden Architekturen und maßstabslosen Hauptstadtplanungen - haben die nachweisliche Bedeutung der gebauten Umwelt für die Identität einer Gesellschaft für ihre ideologischen Zwecke ausgenutzt. Wohl wußten sie um den Adel einer bis ins Mittelalter zurück reichenden Tradition und scheuten sich folglich auch nicht, etwa die historischen Stätten Heinrichs des Löwen für den neuen Heinrich (Himmler) als Bedeutungsausweis in die Pflicht zu nehmen, den historischen Rang der langjährigen Aufbewahrungsstätte der Reichsinsignien für sich zu okkupieren und Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge einzusetzen, um die gewaltigen Umbauten an der Burg Wewelsburg in die Tat umzusetzen. Die vormalige staatliche Denkmalpflege spielte dabei kaum ein Rolle. Proteste von Konservatoren, so sie denn bekannt sind, konnten gegen diese Ideologisierung der Denkmale nichts ausrichten.
Die Ausstellung dokumentierte diesen Missbrauch der Geschichte und ihrer Zeugnisse anhand erhaltener Planungen, mit Hilfe von einschlägigen Ausstattungsgegenständen, Bild- und Tondokumenten.
Als "nationale Weihestätte" hat der Trifels beispielsweise erhebliche Veränderungen erfahren durch die Neuerrichtung des Palas mit einem verfremdenden zweigeschossigen Festsaal und einer monumentalen Treppenanlage. Aber auch der Braunschweiger Dom und die Stiftskirche von Quedlinburg, die westfälische Wewelsburg oder die Altstadt von Nürnberg erlebten zum Teil weit reichende Eingriffe in ihre Substanz.
Manches Verheerende, schon fertig Geplante blieb den Städten und Regionen jedoch infolge von Geld- und Materialmangel während des Zweiten Weltkrieges erspart. Das gilt ebenso für die megalomanische Hauptstadtplanung Albert Speers wie etwa für das Gauforum und die gewaltige Ost-West-Achse, die die historischen Altstadt von Köln durchschneiden sollte.
Die Nationalsozialisten - nicht zuletzt bekannt für ihre einschüchternden Architekturen und maßstabslosen Hauptstadtplanungen - haben die nachweisliche Bedeutung der gebauten Umwelt für die Identität einer Gesellschaft für ihre ideologischen Zwecke ausgenutzt. Wohl wußten sie um den Adel einer bis ins Mittelalter zurück reichenden Tradition und scheuten sich folglich auch nicht, etwa die historischen Stätten Heinrichs des Löwen für den neuen Heinrich (Himmler) als Bedeutungsausweis in die Pflicht zu nehmen, den historischen Rang der langjährigen Aufbewahrungsstätte der Reichsinsignien für sich zu okkupieren und Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge einzusetzen, um die gewaltigen Umbauten an der Burg Wewelsburg in die Tat umzusetzen. Die vormalige staatliche Denkmalpflege spielte dabei kaum ein Rolle. Proteste von Konservatoren, so sie denn bekannt sind, konnten gegen diese Ideologisierung der Denkmale nichts ausrichten.
Die Ausstellung dokumentierte diesen Missbrauch der Geschichte und ihrer Zeugnisse anhand erhaltener Planungen, mit Hilfe von einschlägigen Ausstattungsgegenständen, Bild- und Tondokumenten.
