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Bilderklärung

1.) Berlin, Palast der Republik, Zustand 2004; © Berlin, Architekturbüro Hübner + Oehmig

2.) Berlin, Bundesministerium der Finanzen, ehemaliges Reichsluftfahrtministerium Berlin, Zustand 2000; © Berlin, Landesdenkmalamt Berlin, Wolfgang Bittner

3.) Wismar, Hauptschiff von St. Georgen, Feb. 2000; © Bad Honnef, Marie-Luise Preiss

Denkmalpflege nach der politischen Wende von 1989

Wiedergewinnung und Verlust von Baudenkmalen
Die politische Wende von 1989 verbindet sich nachhaltig mit dem Bild von der Öffnung des Brandenburger Tores, mit feiernden Menschen, die das Ende der deutschen Teilung zu Füßen der Schadow'schen Quadriga jubelnd begrüßten. Das berühmteste Stadttor Berlins - fast vierzig Jahre eingemauert und von den Bürgern in Ost und West gleichermaßen abgeschottet - ist seither im Bewusstsein der Bevölkerung verbürgt als das Symbol der Wiedervereinigung. Aber auch das in den 1990er Jahren in Gang gesetzte Zusammenwachsen der Bevölkerung verbindet sich mit Bildern von Denkmalen, liebevoll instandgesetzten Altstadtzentren, restaurierten Dorfkirchen, Schlössern und Herrenhäusern, mit Parks und öffentlichen Plätzen, die nach langer Vernachlässigung nun wieder Gestalt angenommen haben. Dank eines gewaltigen öffentlichen und bürgerschaftlichen Engagements konnten so namhafte Zeugnisse der Geschichte für die Nachwelt gerettet werden.

Viele endgültig verlorene Baudenkmale aber, seien sie nun im Krieg zerstört oder später aus ideologischen Gründen beseitigt worden, sind in der gleichen Zeit umso schmerzhafter vermisst worden. Ihre Rückgewinnung für das jeweilige Stadtbild mobilisiert die Öffentlichkeit. Das gilt für das gesprengte Berliner Stadtschloss ebenso wie für die Leipziger Universitätskirche. Andere Städte mit anderen Rekonstruktionsvorhaben zeigen die anhaltende Brisanz einer Debatte auf, die auch die Denkmalpflege bewegt und die in der Ausstellung anhand repräsentativer Beispiele aus West und Ost beleuchtet wurde.

Parallel zu dem Wunsch nach Rückgewinnung verlorener Denkmale verschwanden andere, unliebsam gewordene nun aus dem Blickfeld der Öffentlichkeit. Als überlebt und belastet rückten sie in die Depots der Geschichte. Marx und Engels, Thälmann und nicht zuletzt die Berliner Mauer hatten ihre "Schuldigkeit" getan. Als "Zeugnisse der Geschichte" wurden sie mancherorts erst dann vermisst, als sie schon nicht mehr zu retten waren. Über Erhalt oder Abriss des Palasts der Republik dagegen streitet man in ganz Deutschland nun schon seit langem, inzwischen auch gegen einen verbindlichen Abrissbeschluss. Der Symbolcharakter von "Erichs Lampenladen" wird dabei ins Feld geführt, seine Bedeutung für viele Bewohner der früheren DDR.

Wieder andere mit den Schattenseiten der deutschen Geschichte eng verbundene Denkmale erhielten nach 1989 eine beispielhafte demokratische Neu-Nutzung: das vormalige Reichsluftfahrtministerium (heute Bundesfinanzministerium), die Reichsbank (Bundesaußenministerium) oder auch das Staatsratsgebäude der DDR (Managementschule). Die politische Wende von 1989 hat - so ein Fazit - nicht nur die Gesellschaft, sondern auch die zugehörige Denkmallandschaft maßgeblich beeinflusst.

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