Pressestimmen
Das Dehio-Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler ist hundert geworden, und dieses Jubiläum feierten die Herausgeber der "Denkmal-Bibel" mit der größten Retrospektive zur Denkmalpflege in Deutschland seit Jahrzehnten. Vom 30. Juli bis zum 13. November 2005 zeigten die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, die Vereinigung der Landesdenkmalpfleger und die Dehio-Vereinigung im Dresdener Residenzschloss die Ausstellung ZeitSchichten.
Wie die Presse auf die Ausstellung reagiert hat, können Sie hier nachlesen.
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Neue Zürcher Zeitung, 21.10. 2005
Roman Hollenstein: Nackte Hüllen und Trugbilder
"Der Streit, ob historische Bauten nur konserviert und restauriert oder aber rekonstruiert werden sollen, ist drei Dekaden nach dem Europäischen Denkmalschutzjahr von 1975 noch nicht entschieden. Nun beleuchtet eine Ausstellung von internationalem Rang im Dresdner Residenzschloss vielfältige Aspekte der Denkmalpflege in Deutschland."
"Der Streit, ob historische Bauten nur konserviert und restauriert oder aber rekonstruiert werden sollen, ist drei Dekaden nach dem Europäischen Denkmalschutzjahr von 1975 noch nicht entschieden. Nun beleuchtet eine Ausstellung von internationalem Rang im Dresdner Residenzschloss vielfältige Aspekte der Denkmalpflege in Deutschland."
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Kunstzeitung, Oktober 2005
Alfred Nemeczek: Wie stellt man Geschichte aus? - Dresden zeigt 100 Jahre Denkmalpflege und brilliert
"Prompt gerate ich in den Sog einer großen Erzählung, die mich mit tausend suggestiven Artefakten so gründlich mit gebündeltem Wissen über Siege und Niederlagen der Denkmalshüter im Umgang mit dem Kulturerbe anfüllt, dass ich gierig den Katalog erwerbe. (...) Unbedingt hinfahren!"
"Prompt gerate ich in den Sog einer großen Erzählung, die mich mit tausend suggestiven Artefakten so gründlich mit gebündeltem Wissen über Siege und Niederlagen der Denkmalshüter im Umgang mit dem Kulturerbe anfüllt, dass ich gierig den Katalog erwerbe. (...) Unbedingt hinfahren!"
- Der Artikel in der Kunstzeitung als PDF (1.22 MB)
Rheinischer Merkur, 01.09. 2005
Irmela Spelsberg: Auferstehung aus Ruinen
"In einer imposanten Schau des Residenzschlosses werden umstrittene Bauzeugen der Geschichte vorgestellt. (...)Würde aber das Dresdner Schlossprojekt als Ganzes vor Dehios kritischem Blick bestehen? Dass andere Zeiten womöglich andere Entscheidungen verlangen ? darauf spielte er selber scherzhaft beim Bamberger Denkmaltag 1905 an, als er in 100 Jahren eine neuerliche 'Heidelberger Debatte' in Aussicht stellte. Nun, genau ein Säkulum später ist sie als 'Dresdner Debatte' in Medien und Fachkreisen bereits in vollem Gange und wird sicher durch die überaus reichhaltige und Kontroverses nicht aussparende Zeitschichten-Ausstellung noch befeuert werden."
"In einer imposanten Schau des Residenzschlosses werden umstrittene Bauzeugen der Geschichte vorgestellt. (...)Würde aber das Dresdner Schlossprojekt als Ganzes vor Dehios kritischem Blick bestehen? Dass andere Zeiten womöglich andere Entscheidungen verlangen ? darauf spielte er selber scherzhaft beim Bamberger Denkmaltag 1905 an, als er in 100 Jahren eine neuerliche 'Heidelberger Debatte' in Aussicht stellte. Nun, genau ein Säkulum später ist sie als 'Dresdner Debatte' in Medien und Fachkreisen bereits in vollem Gange und wird sicher durch die überaus reichhaltige und Kontroverses nicht aussparende Zeitschichten-Ausstellung noch befeuert werden."
Das Parlament, 22.08. 2005
Astrid Pawassar: Originale unter Artenschutz - Einmalige Ausstellung zur Denkmalpflege in Dresden
"Wer sich von dem Stück Berliner Mauer vor Dresdens Residenzschloss und dem Dehio-Zitat "Wir konservieren ein Denkmal nicht, weil wir es für schön halten, sondern weil es ein Stück unseres nationalen Daseins ist" anregen lässt, findet im Innern des Schlosses die ganze Bandbreite denkmalpflegerischer Arbeit und Diskussion mit zum Teil spektakulären Exponaten. (...) Und wer nach diesem vehementen Plädoyer für den Denkmalschutz im Sinne einer Bewahrung originaler Zustände wieder in das Geschehen auf der Rückseite des Schlosses eintaucht, wird manche Erscheinung im Stadtbild mit anderen Augen betrachten."
"Wer sich von dem Stück Berliner Mauer vor Dresdens Residenzschloss und dem Dehio-Zitat "Wir konservieren ein Denkmal nicht, weil wir es für schön halten, sondern weil es ein Stück unseres nationalen Daseins ist" anregen lässt, findet im Innern des Schlosses die ganze Bandbreite denkmalpflegerischer Arbeit und Diskussion mit zum Teil spektakulären Exponaten. (...) Und wer nach diesem vehementen Plädoyer für den Denkmalschutz im Sinne einer Bewahrung originaler Zustände wieder in das Geschehen auf der Rückseite des Schlosses eintaucht, wird manche Erscheinung im Stadtbild mit anderen Augen betrachten."
Berliner Zeitung, 10.08. 2005
Nikolaus Bernau: Geschichte, nicht Geschichtsbild
"Die Ausstellung ZeitSchichten im Residenzschloss führt in bisher einzigartiger Objektfülle die Entwicklung seit dem 19. Jahrhundert vor. Vieles haben selbst Fachleute selten oder nie gesehen (...) In dieser Ausstellung kann man lernen, was Geschichte transportiert ? und wie dieser Transport immer wieder gesteuert wird von aktuellen Interessen."
"Die Ausstellung ZeitSchichten im Residenzschloss führt in bisher einzigartiger Objektfülle die Entwicklung seit dem 19. Jahrhundert vor. Vieles haben selbst Fachleute selten oder nie gesehen (...) In dieser Ausstellung kann man lernen, was Geschichte transportiert ? und wie dieser Transport immer wieder gesteuert wird von aktuellen Interessen."
Süddeutsche Zeitung, 03.08. 2005
Ira Mazzoni: Baustelle der Kobolde
"Es gibt wohl keinen besseren Ort, eine 100-jährige Denkmaldebatte um Bewahrung, Ergänzung und Erneuerung fortzuführen, als das Dresdner Residenzschloss. 'Zeitschichten' nennt sich die groß angelegte Ausstellung, die von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, der Vereinigung der Landesdenkmalpfleger und der Dehio-Vereinigung in Zusammenarbeit mit den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden initiiert wurde."
"Es gibt wohl keinen besseren Ort, eine 100-jährige Denkmaldebatte um Bewahrung, Ergänzung und Erneuerung fortzuführen, als das Dresdner Residenzschloss. 'Zeitschichten' nennt sich die groß angelegte Ausstellung, die von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, der Vereinigung der Landesdenkmalpfleger und der Dehio-Vereinigung in Zusammenarbeit mit den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden initiiert wurde."
- Der Artikel in der SZ als PDF (1.04 MB)
Hannoversche Allgemeine, 02.08. 2005
Ekkehard Böhm: Ausstellung zum Denkmalschutz
"Kann man architektonische Ideen nicht auch wiederholen? Andererseits: Was zählt das Original noch, wenn's beliebig reproduziert werden kann? Man muss wohl differenzieren. (...)wer weiß schon, dass von der Quadriga auf dem Brandenburger Tor in Berlin, wie in Dresden gezeigt, nur noch ein Pferdekopf original ist? Wenn das Bekennen zum Denkmal auch zur Identifikation zu einem Ort gehört, der als Heimat empfunden wird, dann wird Dehio wohl weitergedacht werden müssen."
"Kann man architektonische Ideen nicht auch wiederholen? Andererseits: Was zählt das Original noch, wenn's beliebig reproduziert werden kann? Man muss wohl differenzieren. (...)wer weiß schon, dass von der Quadriga auf dem Brandenburger Tor in Berlin, wie in Dresden gezeigt, nur noch ein Pferdekopf original ist? Wenn das Bekennen zum Denkmal auch zur Identifikation zu einem Ort gehört, der als Heimat empfunden wird, dann wird Dehio wohl weitergedacht werden müssen."
Freie Presse, 02.08. 2005
Reinhold Lindner: Tiefgarage Frauenkirche und Residenzschloss
"Die Kriegszerstörungen haben von Denkmalen massenweise Ruinen hinterlassen, die Deutschen haben nach Dehios zeit, der 1932 starb, ihre Denkmale auf diese Weise 'gepflegt' (...). Wir haben bis heute damit zu tun. Die Nachkriegsentwicklungen mit dem Bau der Mauer, deren Fall und in der Folgedem massenweisen Ost-Abriss, das ist der 'Sonderfall deutscher Denkmalpflege'. Sie kann plädieren und einschreiten, Exempel schaffen, Macht hat sie nicht. Das ist ihr Dilemma. Markantes Beispiel: Der Abbruch des Palastes der Republik (...). Die Denkmalpflege, wenn es die Denkmalpflege überhaupt gibt, sie ist dagegen und zeigt Alternative in dieser Ausstellung. Beschaulich ist sie nicht, sie will Diskussion, Auseinandersetzung, Besinnung."
"Die Kriegszerstörungen haben von Denkmalen massenweise Ruinen hinterlassen, die Deutschen haben nach Dehios zeit, der 1932 starb, ihre Denkmale auf diese Weise 'gepflegt' (...). Wir haben bis heute damit zu tun. Die Nachkriegsentwicklungen mit dem Bau der Mauer, deren Fall und in der Folgedem massenweisen Ost-Abriss, das ist der 'Sonderfall deutscher Denkmalpflege'. Sie kann plädieren und einschreiten, Exempel schaffen, Macht hat sie nicht. Das ist ihr Dilemma. Markantes Beispiel: Der Abbruch des Palastes der Republik (...). Die Denkmalpflege, wenn es die Denkmalpflege überhaupt gibt, sie ist dagegen und zeigt Alternative in dieser Ausstellung. Beschaulich ist sie nicht, sie will Diskussion, Auseinandersetzung, Besinnung."
- Der Artikel in der Freien Presse als PDF (174.88 KB)
Hamburger Abendblatt, 02.08. 2005
Fee Isabelle Lingnau: Spuren der Zeit
"Wie kann man Denkmäler sinnvoll erhalten und nutzbar machen? Soll man Geschichte im Verlauf zeigen? Oder eine historische Momentaufnahme? Als Beispiel für diese Problematik dient auch St. Michaelis. Die Hamburger Hauptkirche wurde zweimal zerstört. (...) Um den Aufbau entbrannte ein Streit. Schließlich wurde der Michel unter Julius Feuchtwanger rekonstruiert und mit modernen Bauelementen wie Betongesimsen und Stahlkonstruktionen für den Dachstuhl und den Turmaufbau versehen. Als Dokumente für die Geschichte der Kirche sind die Zeiger des 1906 verbrannten Turmes, ein Fenster aus dem Sockelgeschoß sowie Grundrisse und Bauzeichnungen des Hamburger Wahrzeichens ausgestellt."
"Wie kann man Denkmäler sinnvoll erhalten und nutzbar machen? Soll man Geschichte im Verlauf zeigen? Oder eine historische Momentaufnahme? Als Beispiel für diese Problematik dient auch St. Michaelis. Die Hamburger Hauptkirche wurde zweimal zerstört. (...) Um den Aufbau entbrannte ein Streit. Schließlich wurde der Michel unter Julius Feuchtwanger rekonstruiert und mit modernen Bauelementen wie Betongesimsen und Stahlkonstruktionen für den Dachstuhl und den Turmaufbau versehen. Als Dokumente für die Geschichte der Kirche sind die Zeiger des 1906 verbrannten Turmes, ein Fenster aus dem Sockelgeschoß sowie Grundrisse und Bauzeichnungen des Hamburger Wahrzeichens ausgestellt."
- Der Artikel im Hamburger Abendblatt als PDF (647.78 KB)
Neues Deutschland, 02.08. 2005
Gert Claußnitzer: Sehnsucht und Spiel
"Es ist viel Sehnsucht darin und auch Spiel im Zusammenklingen der Formen, die uns die Denkmalpflege vor Augen führt. Ein Verewigungssinn beherrscht das Ganze. Natürlich hindern uns verändernde Zeitumstände, die Dinge in ihrer damaligen Größenordnung richtig zu sehen. Es ist vielfach nur noch eine Reflexion des Vergangenen. Die 'Grundeinsicht in die Veränderbarkeit der Welt, in die notwendige Entsprechung von Erkenntnis und verändernder Praxis bestimmt auch das Verhalten zu aller Überlieferung', wie der Literaturhistoriker Hans Mayer bemerkte. Wir sollten Hegel folgen und dem dialektischen Begriff der 'Abhebung': Aufheben ist Konservieren, ist Beendigen, ist Emporheben."
"Es ist viel Sehnsucht darin und auch Spiel im Zusammenklingen der Formen, die uns die Denkmalpflege vor Augen führt. Ein Verewigungssinn beherrscht das Ganze. Natürlich hindern uns verändernde Zeitumstände, die Dinge in ihrer damaligen Größenordnung richtig zu sehen. Es ist vielfach nur noch eine Reflexion des Vergangenen. Die 'Grundeinsicht in die Veränderbarkeit der Welt, in die notwendige Entsprechung von Erkenntnis und verändernder Praxis bestimmt auch das Verhalten zu aller Überlieferung', wie der Literaturhistoriker Hans Mayer bemerkte. Wir sollten Hegel folgen und dem dialektischen Begriff der 'Abhebung': Aufheben ist Konservieren, ist Beendigen, ist Emporheben."
- Der ND-Artikel als PDF (30.27 KB)
Frankfurter Rundschau, 02.08. 2005
Johannes Wendland: Keine Schäfereien
"Leider hat die Dresdner Ausstellung nicht die Zuspitzung erhalten, mit der ihr Jubilar gern operierte. Sie beschränkt sich darauf, Debatten darzustellen und nachzuzeichnen, anstatt sich selbst in den aktuellen Streitfällen zu positionieren. (...) Der Rundgang durch die Ausstellung lohnt dennoch. Materialreich und mit spektakulären Originalexponaten entfaltet sie (...) ein vielfältiges Szenario. Wann kann man schon die riesigen Uhrzeiger des Hamburger Michels in Griffnähe betrachten? (...)"
"Leider hat die Dresdner Ausstellung nicht die Zuspitzung erhalten, mit der ihr Jubilar gern operierte. Sie beschränkt sich darauf, Debatten darzustellen und nachzuzeichnen, anstatt sich selbst in den aktuellen Streitfällen zu positionieren. (...) Der Rundgang durch die Ausstellung lohnt dennoch. Materialreich und mit spektakulären Originalexponaten entfaltet sie (...) ein vielfältiges Szenario. Wann kann man schon die riesigen Uhrzeiger des Hamburger Michels in Griffnähe betrachten? (...)"
- Der Artikel in der FR als PDF (0.75 MB)
Die Welt, 02.08. 2005
Dankwart Guratzsch: Georg Dehio und seine Erben
"An Imposanz und Anspruch lässt sich das Projekt kaum übertreffen. Es macht die Stadt Dresden in diesem Herbst vollends zu einer 'Hauptstadt des deutschen Denkmalschutzes' (...). Der zur Ausstellung erschienene materialreiche Katalog hat alle Aussicht, mit seinen fast 50 Aufsätzen unterschiedlichster Autoren für viele Jahre zu einem 'Logbuch' der Denkmalpflege zu werden."
"An Imposanz und Anspruch lässt sich das Projekt kaum übertreffen. Es macht die Stadt Dresden in diesem Herbst vollends zu einer 'Hauptstadt des deutschen Denkmalschutzes' (...). Der zur Ausstellung erschienene materialreiche Katalog hat alle Aussicht, mit seinen fast 50 Aufsätzen unterschiedlichster Autoren für viele Jahre zu einem 'Logbuch' der Denkmalpflege zu werden."
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.08. 2005
Dieter Bartetzko: "Denkt an Dehio!"
"Denkmäler sind, entgegen unserem Glauben, keine unbestechlichen Zeugen. (...) Vor allem zeigt dies der Ausstellungsort selbst - das ausgebrannte Dresdner Schloß. Raum für Raum informieren Unterabteilungen, wie die ausgeglühten nackten Raumschalen mittels Kopien in einstiger Pracht wiedererstehen sollen. (...) Die Denkmalpflege tut wohl oder übel mit. Aber, das beweist die Ausstellung, sie wäscht ihre Hände nicht mehr in Unschuld."
"Denkmäler sind, entgegen unserem Glauben, keine unbestechlichen Zeugen. (...) Vor allem zeigt dies der Ausstellungsort selbst - das ausgebrannte Dresdner Schloß. Raum für Raum informieren Unterabteilungen, wie die ausgeglühten nackten Raumschalen mittels Kopien in einstiger Pracht wiedererstehen sollen. (...) Die Denkmalpflege tut wohl oder übel mit. Aber, das beweist die Ausstellung, sie wäscht ihre Hände nicht mehr in Unschuld."
Tagesspiegel, 01.08. 2005
Bernhard Schulz: Pflegen bringt Segen
"Denkmal und kein Ende? Die Zentenarfeier des Handbuchs bietet Anlass genug, zwei Jahrhunderte Revue passieren zu lassen, die durch Dehios Grundlegungen streng voneinander geschieden sind. (...) Dass sich unsere Zeit mit dem Verlust identitätsstiftender Denkmäler nicht mehr abfinden mag, wie Dresdens Frauenkirche vor Augen führt, bedeutet eine Herausforderung an die Denkmalpflege, der sie mit bloßem Beharren auf Dehio nicht mehr gerecht werden kann. So steht die Dresdner Ausstellung 'Zeitschichten' an der Schwelle zu einem abermals gewandelten Denkmalverständnis."
"Denkmal und kein Ende? Die Zentenarfeier des Handbuchs bietet Anlass genug, zwei Jahrhunderte Revue passieren zu lassen, die durch Dehios Grundlegungen streng voneinander geschieden sind. (...) Dass sich unsere Zeit mit dem Verlust identitätsstiftender Denkmäler nicht mehr abfinden mag, wie Dresdens Frauenkirche vor Augen führt, bedeutet eine Herausforderung an die Denkmalpflege, der sie mit bloßem Beharren auf Dehio nicht mehr gerecht werden kann. So steht die Dresdner Ausstellung 'Zeitschichten' an der Schwelle zu einem abermals gewandelten Denkmalverständnis."
- Der Tagesspiegel-Artikel als PDF (168.02 KB)
Kölner Stadt-Anzeiger, 30.07. 2005
Christian Hümmeler: Werk und Wandel
"Dass sich die Denkmalschützer mit Ort wie mit dem Anlass - vor 100 Jahren gab Georg Dehio erstmals das 'Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler' heraus - selber feiern, ist legitim, reicht doch ein Blick aus dem Fenster des Schlosses auf Semperoper und Zwinger, um die vitale bewusstseinsbildende, aber auch ökonomische Bedeutung von Denkmälern für eine Stadt, für ein Land zu ermessen. Die vielfältigen Spannungen, denen die Denkmalpflege dabei unterliegt, werden in der sehenswerten, von Ingrid Scheurmann kuratierten Ausstellung keineswegs verschwiegen (...)."
"Dass sich die Denkmalschützer mit Ort wie mit dem Anlass - vor 100 Jahren gab Georg Dehio erstmals das 'Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler' heraus - selber feiern, ist legitim, reicht doch ein Blick aus dem Fenster des Schlosses auf Semperoper und Zwinger, um die vitale bewusstseinsbildende, aber auch ökonomische Bedeutung von Denkmälern für eine Stadt, für ein Land zu ermessen. Die vielfältigen Spannungen, denen die Denkmalpflege dabei unterliegt, werden in der sehenswerten, von Ingrid Scheurmann kuratierten Ausstellung keineswegs verschwiegen (...)."
Thüringer Allgemeine, 30.07. 2005
Heinz Stade: Zwischen Abriss und Wiederaufbau
"In wenigen Schritten von der Wartburg zum Kölner Dom oder in den Berliner Palast der Republik - die ab heute in Dresden zu sehende Ausstellung Zeitschichten macht's möglich. Die Berliner Mauer - ein Objekt der Denkmalpflege? Zumindest gehört ein vor dem Dresdner Schloss stehendes Segment des einstigen 'Schutzwalls' zu jener Gruppe der über tausend Ausstellungsstücke, von denen sich Kuratorin Ingrid Scheurmann eine große öffentliche Diskussion zur Gegenwart und Zukunft der deutschen Denkmalpflege erhofft. Zu Recht, wie ein erster Rundgang durch die Bel Etage des einstigen Residenzschlosses folgern lässt."
"In wenigen Schritten von der Wartburg zum Kölner Dom oder in den Berliner Palast der Republik - die ab heute in Dresden zu sehende Ausstellung Zeitschichten macht's möglich. Die Berliner Mauer - ein Objekt der Denkmalpflege? Zumindest gehört ein vor dem Dresdner Schloss stehendes Segment des einstigen 'Schutzwalls' zu jener Gruppe der über tausend Ausstellungsstücke, von denen sich Kuratorin Ingrid Scheurmann eine große öffentliche Diskussion zur Gegenwart und Zukunft der deutschen Denkmalpflege erhofft. Zu Recht, wie ein erster Rundgang durch die Bel Etage des einstigen Residenzschlosses folgern lässt."
- Der TA-Artikel als PDF (432.01 KB)
Sächsische Zeitung, 30.07. 2005
Birgit Grimm: Provozierendes Puzzle
"Da siehst du's, die Ossis wollen die Mauer wieder haben, sagt ein Herr in tiefstem Bayerisch zu seiner Begleiterin und zückt den Fotoapparat. Die Dame schaut entgeistert auf das Teilstück der Berliner Mauer, das neuerdings vorm Dresdner Residenzschloss steht (...) Diese kühne Inszenierung ist eine von mehreren Überraschungen, mit denen die Ausstellung 'Zeitschichten' aufwartet. (...) Sie reißt aktuelle Fragen an, lässt über historische Details staunen, weckt Interesse beim Laien und provoziert manchen Experten."
"Da siehst du's, die Ossis wollen die Mauer wieder haben, sagt ein Herr in tiefstem Bayerisch zu seiner Begleiterin und zückt den Fotoapparat. Die Dame schaut entgeistert auf das Teilstück der Berliner Mauer, das neuerdings vorm Dresdner Residenzschloss steht (...) Diese kühne Inszenierung ist eine von mehreren Überraschungen, mit denen die Ausstellung 'Zeitschichten' aufwartet. (...) Sie reißt aktuelle Fragen an, lässt über historische Details staunen, weckt Interesse beim Laien und provoziert manchen Experten."
- Der Artikel in der Sächsischen Zeitung als PDF (559.76 KB)
